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Dresdens vergessene Bankiers-Dynastie Kaskel.

Dresden's Forgotten Banking Dynasty English translation available * Dresden's Forgotten Banking Dynasty – the Kaskels and the palace at the Bürgerwiese.

📜 Fundstück in einem versiegelten Aktenschrank des Dresdner Stadtarchivs: Diese Erzählung ist keine Chronik und kein Reiseführer. Sie ist der Staub, der auf einem Diplom liegt, das einmal in Wien ausgefertigt wurde. Sie riecht nach Kohlenrauch aus der Wilsdruffer Gasse, nach feuchtem Sandstein an der Bürgerwiese, nach verbranntem Papier aus der Nacht vom 13. Februar 1945. Sie hört das Klappern einer Straßenbahn, wo einst Kutschen des Adels rollten, und das Echo von Dynamit und Spitzhacke, die 1951 ein Meisterwerk aus Sandstein zu Staub machte. Und sie kennt das Gewicht von 7,53 Tonnen Gold, jenes Vermögen, das Emma von Kaskel im Jahr 1912 besaß und das heute einem reinen Materialwert von rund 923 Millionen Papier-Euro entspräche. Dies ist Fiktion, aber eine, die auf Fundamenten ruht. Die Familie Kaskel hat es gegeben. Das Palais Kaskel-Oppenheim hat es gegeben. Die Dresdner Bank wurde gegründet, das Königreich Sachsen wurde freigekauft, ein §-Zeichen blieb in den Akten zurück. Was hier erzählt wird, hat sich einst zugetragen, nur das Raunen zwischen den Zeilen ist meine Erfindung. Wer weiterliest, übernimmt die Verantwortung für das, was er an der Bürgerwiese nicht mehr sieht. Setz dich auf eine Bank. Leg die Hand auf das Holz. Hör dem Wind zu, wie er durch die Kastanien fährt. Willkommen im Schatten eines Palastes, den niemand mehr betrauert.

Der Schatten der Bürgerwiese.

An einem sonnigen Nachmittag im September lag der Geruch von trockenem Laub und warmer Erde über der Bürgerwiese, und die Kastanien warfen lange Schatten auf den Kiesweg. Eine junge Frau lief mit ihrem Hund über die Wiese, ohne zu ahnen, dass unter ihren Füßen die Fundamente eines Palastes ruhten, in dem einst über die Geschicke von Königreichen entschieden wurde. Die Bäume rauschten, die Straßenbahn klapperte in der Ferne, und nichts an diesem friedlichen Ort erinnerte an Marmorsäle, vergoldete Decken und die Salons der mächtigsten Bankiersfamilie Sachsens. Doch wer genau hinhörte, wer den Blick senkte und die Geschichte der Stadt kannte, spürte den Schatten, der bis heute über diesem Ort lag. Es war der Schatten der Kaskels, der sächsischen Rothschilds, deren Aufstieg an der Wilsdruffer Gasse begann und deren Ende an der Bürgerwiese besiegelt wurde.

Wissenswertes

Die Bürgerwiese in Dresden ist heute eine parkähnliche Grünfläche im Stadtteil Altstadt. Zwischen 1845 und 1951 stand hier das Palais Kaskel-Oppenheim, eines der prächtigsten Stadtpalais Dresdens.

Der Fremde aus Polen betritt Dresden. 1762

Der Wind trieb den Geruch von Pferdemist und nassem Stroh durch die engen Gassen Dresdens, als ein Mann namens Jakob Kaskele durch das Wilsdruffer Tor trat. Er trug einen schweren Koffer, in dem Stoffe, Münzen und ein Bündel Wechselbriefe lagen. Sein Mantel war staubig von der langen Reise aus Polen, seine Schuhe abgelaufen, doch seine Augen musterten die Stadt mit der wachen Neugier eines Mannes, der wusste, dass hier sein Glück begann. Dresden im Jahr 1762 war eine Stadt der Gegensätze. Der Siebenjährige Krieg hatte Spuren hinterlassen, die Kassen des Kurfürsten waren leer, und die Bürger misstrauten jedem Fremden. Wer als jüdischer Händler bleiben wollte, brauchte einen Kammerpass, ein Dokument, das ihm Aufenthalt und Handel erlaubte. Jakob Kaskele besaß diesen Pass nicht. Noch nicht. Er besaß nur seinen Verstand, sein Gespür für Zahlen und die feste Überzeugung, dass Vertrauen die wertvollste Ware auf jedem Markt war. Er handelte mit alten Sachen, mit Altmetall, Textilien und gebrauchten Wertsachen, doch wer ihn beobachtete, erkannte schnell, dass dieser Mann mehr verkaufte als Waren. Er verkaufte Sicherheit.

Wissenswertes

Ein Kammerpass war im 18. Jahrhundert eine offizielle Erlaubnis des Landesherrn, die jüdischen Händlern Aufenthalt und Gewerbe in Sachsen gestattete. Ohne dieses Dokument war ein dauerhafter Aufenthalt unmöglich.

Das Wunder an der Wilsdruffer Gasse. 1771

Am 12. November 1771 senkte sich der erste Schnee auf die Dächer Dresdens, als Jakob Kaskele mit zitternden Händen ein Dokument in Empfang nahm, das sein Leben für immer veränderte. Kurfürst Friedrich August III. hatte ihm gegen eine beträchtliche Zahlung die offizielle Konzession erteilt, sich dauerhaft in Dresden niederzulassen und die Geschäfte eines Hoffaktors zu betreiben. Hoffaktoren waren die Finanzakrobaten der Frühen Neuzeit. Sie beschafften dem Hof Edelmetalle für die Münzprägung, organisierten Seide für die Hofdamen und sprangen ein, wenn den fürstlichen Kassen das Geld ausging. Das Risiko trugen sie allein. Lief es schief, drohte der Ruin. Lief es gut, wuchs ihr Einfluss bis in die Gemächer der Minister. Jakob Kaskele verschwendete keinen Augenblick. An der Wilsdruffer Gasse 44 gründete er im selben Jahr eine Wechselbank, das Fundament für das spätere Bankhaus Kaskel. Die Straße roch nach Kohlenrauch und feuchtem Pflaster, die Kutschen des Adels rollten über das Kopfsteinpflaster, und hinter den Fenstern des bescheidenen Kontors begann eine Dynastie zu wachsen, die Sachsen für immer verändern sollte.

Wissenswertes

Die Wilsdruffer Gasse 44, die heutige Wilsdruffer Straße 20, war der Gründungsort des Bankhauses Kaskel. Hier entstand 1771 die erste Wechselbank der Familie.

Der Tod des Gründers. 1788

Der Regen peitschte gegen die Fenster des Hauses an der Wilsdruffer Gasse, als Jakob Kaskele im Jahr 1788 seinen letzten Atemzug tat. Die Neider in der Stadt rieben sich bereits die Hände. Nach damaligem Recht drohte das hart erarbeitete Privileg mit dem Tod des Inhabers zu erlöschen. Die bürokratische Mühle Dresdens rüstete sich, das Geschäft abzuwickeln. Die Beamten des Kurfürstlichen Vormundschaftsamtes saßen bereits über ihren Akten, als eine Frau die Tür öffnete, die niemand auf der Rechnung hatte. Philippine Kaskel, 1742 in Prag geboren, war keine Witwe, die sich im Trauerzimmer versteckte. Sie trug ein dunkles Kleid, ihr Rücken war gerade, ihr Blick fest. Mit diplomatischer Schärfe trat sie vor die kurfürstlichen Behörden und setzte durch, die Bank zusammen mit dem Kompagnon Philipp Aaron weiterführen zu dürfen. Ab 1790 leitete sie als staatlich bestätigte jüdische Handelsfrau das Institut in eigener Regie. Sie steuerte die Wechselbank durch die Wirren der Koalitionskriege, sie sicherte das Imperium für ihren Sohn Michael. Die Männer in den Kontoren senkten die Blicke, wenn sie an ihr vorbeiging. Sie hatte bewiesen, dass Vertrauen keine Frage des Geschlechts war.

Wissenswertes

Philippine Kaskel war eine der ersten Frauen im Königreich Sachsen, die eine Bank in eigener Regie leiteten. Ihr Geburtsort Prag verband sie mit den großen jüdischen Gemeinden Mitteleuropas.

Ein Zwanzigjähriger am Ruder. 1796

Die Tinte war noch feucht, als Michael Kaskel am 19. März 1796 die Urkunde seiner vorzeitigen Volljährigkeit in den Händen hielt. Seine Mutter Philippine hatte beim Kurfürstlichen Vormundschaftsamt durchgesetzt, was kaum jemand für möglich gehalten hätte: Der erst zwanzigjährige Sohn durfte das Steuerrad der Bank übernehmen. Michael war in den Kontoren der Wilsdruffer Gasse aufgewachsen. Zahlen waren seine Leidenschaft, die europäische Diplomatie sein Spielfeld. Bereits als Achtzehnjähriger hatte er die gesamte kaufmännische Korrespondenz des Hauses verfasst. Er gab der Bank ihren endgültigen Namen: Bankhaus Michael Kaskel. Im Dresdner Adressbuch von 1797 tauchte er erstmals unter der stolzen Berufsbezeichnung Banquier auf. Die Straßen rochen nach Pferden und Leder, die Händler grüßten ihn mit respektvollem Nicken, und hinter den Fenstern seines Kontors wuchs ein Netzwerk, das bald ganz Europa umspannen sollte. Michael Kaskel war jung, doch seine Pläne waren älter als seine Jahre. Er wusste, dass Geld allein nicht reichte. Macht brauchte Verbindungen, und Verbindungen brauchten Zeit.

Wissenswertes

Das Bankhaus Michael Kaskel wurde 1797 im Dresdner Adressbuch erstmals als offizielles Bankinstitut geführt. Michael Kaskel war zu diesem Zeitpunkt erst 22 Jahre alt.

Napoleon fordert Sachsen heraus. 1810

Die Kanonen donnerten in der Ferne, als Napoleon Bonaparte im Jahr 1810 Europa in Atem hielt und das Königreich Sachsen eine gewaltige Reparationszahlung von 130.000 Talern an Paris leisten musste. Die Kassen des Königs waren leer, die Minister ratlos, die Bevölkerung in Angst. In dieser Stunde der höchsten Not trat Michael Kaskel vor den Hof. Er war kein Mann großer Worte. Er war ein Mann der Zahlen, der leisen Verhandlungen, der präzisen Berechnungen. Er stemmte die Finanzierung im Alleingang, organisierte Kredite, verschob Devisen, verhandelte mit Bankhäusern in Frankfurt, Wien und Amsterdam. Sachsen war gerettet. Der Hof stand tief in Kaskels Schuld. Michael stieg zum königlich sächsischen Kommerzienrat und führenden Hofbankier auf. In den Salons der Stadt flüsterte man ehrfurchtsvoll einen neuen Begriff: Die Kaskels seien die sächsischen Rothschilds. Der Regen fiel auf die Dächer der Residenzstadt, die Kutschen rollten durch die Gassen, und im Kontor an der Wilsdruffer Gasse brannte das Licht bis tief in die Nacht. Michael Kaskel wusste, dass Ruhm vergänglich war. Doch die Schuld eines Königs konnte Generationen überdauern.

Wissenswertes

Die Reparationszahlung von 130.000 Talern an Napoleon im Jahr 1810 brachte das Königreich Sachsen an den Rand des Bankrotts. Michael Kaskel finanzierte die Summe im Alleingang.

Der pragmatische Glaubenswechsel. 1820

Der Duft von Wachs und altem Papier lag in der Luft, als Michael Kaskel im Jahr 1820 eine Entscheidung traf, die die Zukunft seiner Familie für immer verändern sollte. Er war ein kluger Mann. Er wusste, dass seinen Kindern trotz des enormen Reichtums viele Türen verschlossen bleiben würden. Ohne christliches Taufzeugnis gab es im Königreich Sachsen keinen Zugang zu Staatsämtern, keine höheren Offiziersränge und keine vollständige Akzeptanz in den aristokratischen Salons der Landeshauptstadt. Michael selbst blieb bis zu seinem Tod im jüdischen Glauben. Doch er ließ seine Kinder evangelisch taufen. Es war ein rein pragmatischer Schritt der Assimilation, die Eintrittskarte in das Establishment des 19. Jahrhunderts. Die Synagoge im Hinterhof seines Wohnhauses, eine von insgesamt sieben Dresdner Privatsynagogen, blieb bestehen. Über Jahrzehnte trafen sich hier die Gläubigen der Stadt zum Gebet, während draußen auf den Pflastersteinen der Altstadt die Kutschen des sächsischen Adels vorbeidonnerten. Michael Kaskel lebte in zwei Welten. Er war ein Mann des Glaubens und ein Mann der Macht. Er wusste, dass Kompromisse manchmal der Preis für die Zukunft waren.

Wissenswertes

Bis weit ins 19. Jahrhundert war es jüdischen Bürgern in Dresden verboten, eine öffentliche Synagoge zu errichten. Michael Kaskel richtete eine von sieben Privatsynagogen in seinen Räumen ein.

Die Hochzeit in Warschau. 1831

Der Schnee lag hoch in den Straßen Warschaus, als Carl Kaskel im Jahr 1831 vor den Traualtar trat und Victoria Karoline Eugenie Fränkel heiratete. Victoria war die Tochter des einflussreichen Warschauer Hofbankiers Samuel Leopold Antoni Fränkel. Durch diese Heirat verschmolzen zwei der mächtigsten jüdischen Bankhäuser Mitteleuropas. Geld, Informationen und Kreditbriefe flossen fortan auf kurzem Weg zwischen Dresden, Warschau, Berlin und Wien. Carl war ein Mann von Welt. Er trug feine Anzüge, sprach mehrere Sprachen, bewegte sich sicher in den Salons der Reichen und Mächtigen. Victoria war klug, gebildet und schön. Ihre Augen leuchteten, wenn sie über Politik und Kunst sprach. Aus der Ehe ging 1833 der Stammhalter Felix Gustav Kaskel hervor, der Mann, der später die Finanzwelt des Kaiserreichs mitgestalten sollte. Die Familie wuchs, der Reichtum mehrte sich, und die Kaskels wurden zu einer festen Größe in der europäischen Finanzwelt. Doch während am Palais noch die Handwerker meißelten, braute sich in der sächsischen Politik ein Sturm zusammen, der die Existenz des gesamten Königreiches bedrohen sollte.

Wissenswertes

Die Heirat von Carl Kaskel und Victoria Fränkel im Jahr 1831 verband das Dresdner Bankhaus Kaskel mit dem Warschauer Hofbankier Fränkel. Diese Verbindung stärkte den Einfluss beider Familien in ganz Mitteleuropa.

Die Sempersynagoge wird geweiht. 1840

Die Sonne brach durch die Wolken, als am 8. Mai 1840 die berühmte Dresdner Sempersynagoge eingeweiht wurde. Für die jüdische Gemeinde der Stadt war es ein historischer Moment. Jahrzehntelang hatten die Gläubigen im Verborgenen gebetet, in privaten Räumen, in Hinterhöfen, in kleinen Stuben. Nun stand ein prächtiges Gotteshaus im Herzen der Stadt, entworfen von Gottfried Semper, dem genialen Architekten, der auch die Semperoper bauen sollte. An der Finanzierung hatten die Kaskels einen entscheidenden Anteil. Michael Kaskel selbst war bereits 1845 verstorben, doch seine Nachkommen führten die Tradition der Wohltätigkeit fort. Die kleine Haus-Synagoge der Kaskels schloss ihre Pforten. Die Familie war längst zu einer gesellschaftlichen Institution geworden. Sara Kaskel, Michaels Ehefrau, war als Engel der Barmherzigkeit bekannt. Bei Cholera-Epidemien organisierte sie Hilfseinsätze, spendete beträchtliche Summen, veranstaltete Wohltätigkeitslotterien. Das Paar hatte neun Kinder großgezogen. Die Kaskels waren angekommen. Sie waren reich, angesehen, einflussreich. Doch der Preis für diesen Aufstieg war hoch.

Wissenswertes

Die Sempersynagoge in Dresden wurde 1840 eingeweiht und 1938 in der Reichspogromnacht zerstört. Die Kaskel-Familie finanzierte einen erheblichen Teil des Baus.

Michaels letzter Weg. 1845

Der Herbstwind trieb welke Blätter über den Alten Israelitischen Friedhof, als Michael Kaskel im Jahr 1845 beigesetzt wurde. Er war im jüdischen Glauben gestorben, so wie er gelebt hatte. Doch für seine getauften Nachkommen erwarb die Familie eine neue, repräsentative Grabstätte auf dem evangelischen Trinitatisfriedhof in Dresden-Johannstadt. Der Wandel zeigte sich auch an den Orten der Erinnerung. Michael Kaskel hatte die Zeichen der Zeit erkannt. Er hatte seine Kinder taufen lassen, um ihnen die Türen zur Macht zu öffnen. Nun ruhte er auf dem jüdischen Friedhof, während seine Nachkommen auf dem christlichen Friedhof ihre letzte Ruhe finden sollten. Die Kaskels waren nicht mehr nur eine jüdische Familie. Sie waren eine deutsche Familie. Sie waren Teil des Establishments. Wer heute über den Trinitatisfriedhof spaziert, findet die imposante Grabstätte der Familie Kaskel dort bis heute unversehrt vor. Der Stein ist verwittert, die Inschriften sind kaum noch zu lesen, doch die Geschichte, die dieser Ort erzählt, ist lebendig. Sie erzählt von einem Aufstieg, der ohne Kompromisse nicht möglich gewesen wäre.

Wissenswertes

Der Trinitatisfriedhof in Dresden-Johannstadt beherbergt bis heute die Grabstätte der Familie von Kaskel. Michael Kaskel selbst wurde auf dem Alten Israelitischen Friedhof beigesetzt.

Semper baut an der Bürgerwiese. 1845

Der Duft von Ölfarbe und frischem Holz lag in der Luft, als Gottfried Semper im Mai 1845 den Bauplatz an der Bürgerwiese betrat. Martin Wilhelm Oppenheim, ein kunstsinniger Bankier aus Königsberg, hatte ihn gerufen. Oppenheim war ein Mann von Geschmack. Er liebte die italienische Renaissance, die klaren Linien Palladios, die Pracht der florentinischen Palazzi. Semper entwarf ein zweieinhalbgeschossiges Meisterwerk der Neorenaissance auf einem dreieckigen Grundriss, inspiriert vom Palazzo Pandolfini in Florenz. Außen zierten kunstvolle Sandsteinornamente und ausladende Gesimse die Fassade. Innen schuf Semper mit Wandgemälden, Deckenfresken und feinsten Farbkonzepten einen Ort voller Ästhetik. Martin Wilhelm Oppenheim bewohnte die Beletage und das Mezzanin, während die junge Familie Grahl das Parterre bezog. Das Palais entwickelte sich augenblicklich zum Treffpunkt der Dresdner High Society. Hier verkehrten Dichter, Maler, Wissenschaftler und Musiker. Oppenheim trat 1851 der berühmten Montagsgesellschaft bei, einem literarisch-geselligen Zirkel, der aus dem Hillerkränzchen von Ferdinand Hiller hervorgegangen war. Die Bürgerwiese war zum Zentrum der kultivierten Welt Dresdens geworden. Doch wer hätte ahnen können, dass dieses Palais einmal den Kaskels gehören würde?

Wissenswertes

Das Palais an der Bürgerwiese 5 bis 7 wurde zwischen 1845 und 1848 von Gottfried Semper für Martin Wilhelm Oppenheim erbaut. Es gilt als eines der bedeutendsten Werke der Neorenaissance in Dresden.

Oppenheim trifft Kaskel. 1863

Der Regen fiel in Strömen auf die Dächer der Bürgerwiese, als Martin Wilhelm Oppenheim im Oktober 1863 nach einem Schlaganfall in seiner Villa Rosa verstarb. Für das Stadtpalais begann eine spektakuläre Besitztümer-Rochade. Die Grahl-Erben übernahmen das Anwesen, zogen aber wegen der enormen Unterhaltskosten bald nach Loschwitz um. Der russische Staatsrat Kap-herr kaufte das Palais, nutzte es jedoch nur als Übergangslösung. Dann schlug die Stunde des zweiten Oppenheims. Der Kölner Bankier Simon von Oppenheim kaufte das Palais von Kap-herr ab, allerdings nicht für sich selbst, sondern für seine Tochter Emma Freiin von Oppenheim. Emma hatte 1857 den Dresdner Bankierssohn Felix von Kaskel geheiratet. So schloss sich der Kreis. Das von Martin Wilhelm Oppenheim erbaute Palais ging in den Besitz des Ehepaares Kaskel-Oppenheim über. Felix von Kaskel gab sich mit dem bestehenden Bauwerk nicht zufrieden. Zwischen 1871 und 1874 kaufte er ein Nachbargrundstück hinzu und ließ das Gebäude durch den Kölner Architekten Wilhelm Hoffmann radikal umbauen. Der dreieckige Grundriss wurde zu einem imposanten Rechteck erweitert, das Innere mit Marmorsälen und Festetagen aufgerüstet. Fortan trug das Anwesen in der Stadt den klangvollen Namen Palais Kaskel-Oppenheim. Die beiden Familien waren eins geworden.

Wissenswertes

Das Palais Kaskel-Oppenheim entstand durch die Heirat von Emma von Oppenheim und Felix von Kaskel im Jahr 1857. Der Umbau zwischen 1871 und 1874 vergrößerte das Gebäude erheblich.

Ein Königreich zum Kaufen. 1866

Die Kanonen donnerten bei Königgrätz, und der Rauch der Schlacht lag über Böhmen, als im Sommer 1866 dunkle Wolken über Mitteldeutschland aufzogen. Der Deutsche Bund zerbrach im Streit zwischen den zwei Großmächten Preußen und Österreich. Das Königreich Sachsen entschied sich für die Allianz mit Wien, eine verhängnisvolle Fehlentscheidung. Als die preußischen Truppen gen Süden marschierten, stand das kleine Sachsen vor dem wirtschaftlichen Ruin. Die Mobilmachung hatte die Staatskassen komplett geleert, der Hof geriet in Panik. Im Friedensvertrag vom 3. Oktober 1866 verlangte das siegreiche Preußen eine astronomische Reparationszahlung von zehn Millionen Talern. Zehn Millionen Taler. Eine Summe, die das Königreich nicht besaß. Sachsen drohte die Pleite, die Zerschlagung und die vollständige Annektierung durch Preußen. In dieser Stunde der höchsten Not trat Carl von Kaskel aus dem Schatten des Dresdner Bankhauses. Als königlich sächsischer Geheimer Kammerrat, Hausbankier der Krone und Vizepräsident der Sächsischen Bank war er der einzige Mann im Land, der das Unmögliche möglich machen konnte.

Wissenswertes

Die Reparationszahlung von zehn Millionen Talern nach dem Deutschen Krieg 1866 brachte Sachsen an den Rand der Annexion durch Preußen. Carl von Kaskel organisierte die Finanzierung.

Carls finanzielles Husarenstück. 1866

Während der König und seine Minister im Residenzschloss beratschlagten, zog Carl von Kaskel im Hinterzimmer seiner Bank die Fäden. Er aktivierte ein internationales Netzwerk, das bis nach London, Paris und Wien reichte. Er schnürte Konsortiumskredite, umschuldete Staatsanleihen, tätigte Devisentransaktionen. Die Nächte waren lang, die Verhandlungen zäh, der Druck enorm. Doch Kaskel lieferte. Pünktlich trieb er die geforderte Summe auf. Seine finanzielle Meisterleistung kaufte Sachsen buchstäblich frei und sicherte das Überleben des Staates in der Nachkriegsordnung. Für diese Rettungsaktion erwartete Carl Kaskel jedoch eine Gegenleistung: die ihm gebührende gesellschaftliche Gleichstellung mit dem Adel. Kaskel hatte über Jahrzehnte hinweg zielstrebig auf dieses Ziel hingearbeitet. Da der konservative sächsische Hof bei der Vergabe von Adelsprädikaten an Bürgerliche mit jüdischen Wurzeln stur zögerte, wählte Kaskel den geschickten Umweg über die Kaiserstadt Wien. Kaiser Franz Joseph I. von Österreich zeigte sich erkenntlich für Kaskels Verdienste um die sächsisch-österreichische Allianz. Die Nobilitierung begann. Am 28. Oktober 1867 wurde Carl Kaskel in Paris in den einfachen österreichischen Adelsstand erhoben.

Wissenswertes

Carl von Kaskel wurde am 28. Oktober 1867 in Paris in den österreichischen Adelsstand erhoben. Am 9. Februar 1869 folgte die Erhebung in den erblichen Freiherrnstand.

Freiherrnstand und Neid. 1869

Die Tinte auf dem prunkvollen Diplom war noch nicht getrocknet, als am 19. Mai 1869 in Wien die offizielle Ausfertigung des Freiherrnstandes erfolgte. Carl von Kaskel erhielt den begehrten Orden der Eisernen Krone 2. Klasse. Am 4. Juni 1869 konnte auch der sächsische Hof nicht mehr ausweichen. Auf Schloss Pillnitz unterzeichnete König Johann von Sachsen die förmliche sächsische Anerkennung des Freiherrnstandes. Gemeinsam mit seinem Vater wurde auch der Sohn Felix von Kaskel in den Adelsstand erhoben. Das neue Wappen derer von Kaskel war ein Statement. Ein gevierter Schild mit dem zweischwänzigen böhmischen Silberlöwen und einem schwarzen Hifthorn, gehalten von zwei stolzen, goldenen Löwen. Doch der rasche Aufstieg des Bankiersgeschlechts löste im sächsischen Altadel schiere Empörung aus. Man tuschelte hinter vorgehaltener Hand über den Geldadel, der sich seine Titel einfach kaufte. Wie tief der Stachel saß, zeigte sich 1876, zwei Jahre nach dem Tod Carl von Kaskels. Drei hochmütige sächsische Offiziere verfassten ein wütendes Beschwerdeschreiben an die Adelskanzlei in Wien. Darin beschwerten sie sich darüber, dass der Jude Kaskel in Dresden und dessen Nachkommen allen Ernstes behaupteten, einen echten österreichischen Freiherrntitel zu führen.

Wissenswertes

Das Wappen derer von Kaskel zeigte einen gevierten Schild mit dem böhmischen Silberlöwen und einem schwarzen Hifthorn, gehalten von zwei goldenen Löwen.

Die Geburt eines Giganten. 1872

Das Jahr 1872 markierte das goldene Finale für die klassische Privatbank. Deutschland feierte die Reichsgründung, die Industrie boomte, und die Finanzwelt brauchte mehr Eigenkapital, als einzelne Familienbankiers noch aufbringen konnten. Carl von Kaskel erkannte die Zeichen der Zeit als einer der Ersten. Gemeinsam mit seinem Sohn Felix wagte er den entscheidenden Schritt in die Moderne. Sie wandelten das alte Privatbankhaus Michael Kaskel in eine Aktiengesellschaft um. Am 12. November 1872 schlug die Geburtsstunde eines neuen Finanzriesen. Mit Unterstützung eines Konsortiums gründeten sie die Dresdner Bank. Felix von Kaskel nahm als zweiter stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat Platz und zog gemeinsam mit dem jungen, dynamischen Bankier Eugen Gutmann die Strippen. Die Keimzelle, aus der später eine der mächtigsten Großbanken Deutschlands werden sollte, war das bescheidene Kontor in der Wilsdruffer Gasse gewesen. Die Straßen Dresdens rochen nach Kohle und Fortschritt, die Fabrikschornsteine rauchten, die Eisenbahnen rollten. Die Kaskels hatten den Sprung in die industrielle Moderne geschafft. Sie waren nicht mehr nur Hofbankiers. Sie waren Gründer einer Großbank.

Wissenswertes

Die Dresdner Bank wurde am 12. November 1872 unter maßgeblicher Beteiligung von Carl und Felix von Kaskel gegründet. Sie entwickelte sich zur zweitgrößten Bank Deutschlands.

Emma die reichste Frau. 1894

Der Duft von Rosen und frisch gebackenem Kuchen lag über dem Palais an der Bürgerwiese, als Emma Freifrau von Kaskel im Jahr 1894 den Tod ihres Mannes Felix betrauerte. Sie war die Tochter des Kölner Bankiers Simon von Oppenheim, sie war die Erbin eines riesigen Vermögens. Ihr Reichtum wurde 1912 auf sagenhafte 21 Millionen Goldmark geschätzt, ein Betrag, bei dem selbst der sächsische Hochadel erblasste. Diese 21 Millionen Mark waren damals durch etwa 7,5 Tonnen reines Gold gedeckt und entsprechen heute einer Kaufkraft von rund 136,5 Millionen Euro. Der Bau des gigantischen gigantischen Residenzschlosses in Dresden oder großer Prachtpalais verschlang damals nur schlaffe ein bis drei Millionen Mark. Emma von Kaskel nutzte diesen Reichtum nicht zur Schau, sondern für großzügige Wohltätigkeit. Sie lebte in den majestätischen Räumen des Semper-Palais an der Bürgerwiese 5 und 7 und prägte bis zu ihrem Tod im Jahr 1928 das gesellschaftliche Leben Dresdens. Sie war eine Frau von Kultur, von Eleganz, von stiller Macht. Die Kaskels waren auf dem Höhepunkt ihrer Geschichte angekommen. Doch das 20. Jahrhundert zeigte keine Gnade mit der Pracht der Gründerzeit.

Und falls Sie selbst ein paar Tonnen Gold in Euro oder Dollar umtauschen möchten, nutzen Sie bitte den tagesaktuellen Goldpreis. Die Kaskels hätten es gewusst.

Wissenswertes

Emma von Kaskel, geborene Oppenheim, war die reichste Frau Sachsens. Ihr Vermögen von 21 Millionen Goldmark entsprach 1912 etwa 7,53 Tonnen reinem Gold. Das entspricht einer damaligen Kaufkraft von heute rund 136,5 Millionen Euro. Der reine Materialwert dieser Goldmenge liegt bei einem Goldpreis von rund 122.600 Euro pro Kilogramm heute bei etwa 923 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Bau des Dresdner Residenzschlosses oder großer Prachtpalais verschlang damals nur ein bis zwei Millionen Mark. Belegt ist die Zahl im Sächsischen Jahrbuch der Millionäre von 1912, einsehbar über das Stadtwiki Dresden zu Felix Gustav Kaskel.

Der Schatten des Hasses. 1933

Der Rauch der Bücherverbrennungen lag über Deutschland, als im Jahr 1933 die dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte begannen. In den Jahren des Nationalsozialismus gerieten die Nachkommen der Familie Kaskel wegen ihrer jüdischen Wurzeln unter massiven Druck, obwohl sie seit Generationen getauft waren. Felix Freiherr von Kaskel, der Sohn von Felix und Emma, musste erleben, wie der gesellschaftliche Einfluss der Familie systematisch zerschlagen wurde. Die Bank, die sein Vater mitgegründet hatte, wurde gleichgeschaltet. Die Palais, die Salons, die wohltätigen Stiftungen, alles wurde Stück für Stück enteignet, verboten, zerstört. Die Kaskels waren einst die sächsischen Rothschilds gewesen. Nun waren sie Feinde des Volkes. Die Straßen Dresdens, in denen einst die Kutschen des Adels gerollt waren, hallten nun wider vom Marschschritt der Stiefel. Die Bürgerwiese, einst ein Ort der Kultur und des Reichtums, wurde zum Schauplatz der Angst. Wer jüdische Wurzeln hatte, musste fliehen oder sterben. Die Kaskels flohen. Sie verließen Dresden, verließen Deutschland, verließen die Stadt, die ihnen so viel bedeutet hatte. Zurück blieben die Palais, die Kunstschätze, die Erinnerungen.

Wissenswertes

Obwohl die Kaskels seit 1820 evangelisch getauft waren, wurden sie von den Nationalsozialisten als Juden verfolgt. Die Familie musste Dresden verlassen.

Feuer über der Bürgerwiese. 1945

Die Sirenen heulten, der Himmel über Dresden leuchtete rot, als in den verheerenden Bombennächten vom 13. und 14. Februar 1945 auch das Palais Kaskel-Oppenheim an der Bürgerwiese in Brand geriet. Die Flammen fraßen die Deckenfresken von Gottfried Semper, die Marmorsäle, die vergoldeten Spiegel, die seidenen Tapeten. Zwar blieben die mächtigen Sandsteinmauern, die Säulen und die Fassade weitgehend intakt, doch das Innere brannte vollständig aus. Die Stadt, die einst das Florenz an der Elbe genannt wurde, lag in Trümmern. Die Frauenkirche war eingestürzt, die Semperoper ausgebrannt, der Zwinger beschädigt. Das Palais Kaskel-Oppenheim stand als Ruine an der Bürgerwiese. Seine Fenster waren leere Augenhöhlen, seine Dächer waren eingestürzt, seine Treppenhäuser waren verkohlt. Wer in diesen Tagen durch die Bürgerwiese ging, roch den Brand, den Tod, die Zerstörung. Die Geschichte der Kaskels schien mit diesem Feuer zu enden. Doch die Mauern standen noch. Die Fassade, die Semper entworfen hatte, trotzte den Flammen. Für einen kurzen Moment schien es, als könnte das Palais gerettet werden. Doch es kam anders.

Wissenswertes

Bei den Luftangriffen auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 brannte das Palais Kaskel-Oppenheim vollständig aus. Die Sandsteinfassade von Gottfried Semper blieb jedoch weitgehend erhalten.

Die Sprengung des Palais. 1951

Der Sommerwind wehte Staub über die Bürgerwiese, als im Jahr 1951 die Ruine des Semper-Meisterwerks gesprengt wurde. Die damaligen DDR-Behörden sahen in den Ruinen bürgerlicher Palais kein erhaltenswertes Kulturgut, sondern die Symbole des verhassten Kapitalismus. Trotz Protesten von Denkmalschützern wurde das Palais Kaskel-Oppenheim im Sommer 1951 getreu der Doktrin der sozialistischen Stadtumgestaltung stur gesprengt und abgetragen. Die Steine wurden abtransportiert, die Fundamente eingeebnet, die Geschichte ausgelöscht. Wer heute an der Dresdner Bürgerwiese steht, sieht nichts mehr von den Marmorsälen, in denen Carl von Kaskel einst das Königreich Sachsen freikaufte. Kein Gedenkstein erinnert an die mutige Philippine, an die Bauwut von Gottfried Semper oder an die Gründung der Dresdner Bank. Die Bäume wachsen über den Fundamenten, die Kinder spielen auf der Wiese, die Hundebesitzer drehen ihre Runden. Das Leben geht weiter, als wäre nichts geschehen. Doch wer genau hinhört, hört das Flüstern der Geschichte. Wer den Blick senkt, sieht den Schatten der Vergangenheit. Die Kaskels sind nicht vergessen. Sie leben weiter in den Archiven, in den Büchern, in den Erinnerungen.

Wissenswertes

Das Palais Kaskel-Oppenheim wurde 1951 auf Anordnung der DDR-Behörden gesprengt. Heute erinnert nichts mehr an der Bürgerwiese an das Gebäude.

Das Flüstern der Geschichte.

Der Herbstwind trieb welke Blätter über den Trinitatisfriedhof, als ich vor der imposanten Familiengruft derer von Kaskel stand. Die Inschriften waren verwittert, der Stein war grau, das Eisengitter war rostig. Doch die Geschichte, die dieser Ort erzählte, war lebendig. Hier ruhten die sächsischen Rothschilds, die Bankiers, die ein Königreich retteten, die Kunstmäzene, die Dresden prägten. Ihr Palais war zerstört, ihre Bank war geschluckt, ihr Adelstitel war verboten. Doch ihre Spuren waren bis heute tief im Pflaster der Stadt Dresden verankert. Die Wilsdruffer Straße 20, einst die Wilsdruffer Gasse 44, war noch da. Die Bürgerwiese 5 und 7, einst das Palais Kaskel-Oppenheim, war noch da. Die Sempersynagoge war zerstört, doch ihre Fundamente waren noch da. Die Geschichte der Kaskels war eine Geschichte von Aufstieg und Fall, von Macht und Ohnmacht, von Glauben und Kompromiss. Es war eine Geschichte von Menschen, die alles riskierten, um alles zu gewinnen, und die am Ende alles verloren. Es war eine Geschichte, die erzählt werden musste. Ich verließ den Friedhof, ging die Straße hinunter, vorbei an Cafés und Geschäften, vorbei an Menschen, die nichts von der Vergangenheit wussten. Doch ich wusste es. Und nun wusstest du es auch.

Wissenswertes

Die Familiengruft derer von Kaskel auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden-Johannstadt ist bis heute erhalten. Sie erinnert an eine der bedeutendsten Bankiersfamilien Sachsens.


Mit herzlichen Grüßen aus einer Stadt,
die ihre Vergangenheit unter Kastanien begraben hat,
Ihr Kartograf der verschwundenen Kontore und Geschichtenerzähler im Schatten der Semperoper.

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*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht alle Paläste, Privatsynagogen und Prachtfassaden erwähnen, die im Laufe der Jahrhunderte durch Kriege, wechselnde Stadtplanungen, sozialistische Umgestaltungsdoktrin und mehrere Rechtschreibreformen verschwanden, umbenannt oder schlicht überbaut wurden. So manches Marmortreppenhaus fiel dem Zeitgeist zum Opfer, so manche Dohnaische Gasse wurde zur Bürgerwiese, und so mancher Adelstitel, der einst in Wien ausgefertigt wurde, interessierte 1951 niemanden mehr. Wir bitten um Nachsicht für die Lücken, die nicht unsere Erzählung, sondern die deutsche Geschichte selbst gerissen hat.

Quellenangaben:
Inspiriert von der absurden Vorstellung, dass ein Bankier ein Königreich kauft, ein anderer ein Palais baut, und das Schicksal es mit alliierten Bombern und DDR-Spitzhacke besiegelt.
Stadtarchiv Dresden: Bankhaus Kaskel
Sächsische Biografie: Michael Kaskel
Sächsische Biografie: Carl von Kaskel
Wikipedia: Palais Kaskel-Oppenheim
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Verwendete Hilfsmittel / Methodik:
Diese Erzählung folgt der Spur des Goldes, von der Wilsdruffer Gasse über die Bürgerwiese bis zum Trinitatisfriedhof. Sie wurde aus Archivstaub, Adelsdiplomen und einer ordentlichen Portion Gold errechnet, gewogen und niedergeschrieben. Wenig KI-generierter Inhalt mit viel EU-Transparenzpflicht Hinweis: Dieser Text entstand mit Unterstützung diverser KI-Wesen aus nichtsächsischen Ländereien, wurde anschließend redaktionell gezähmt und mit folgenden Artefakten veredelt:
🔍 Das allgegenwärtige Orakel von Google, das die Fährten der Gegenwart weist.
📜 Papyrus Autor, Version 11.09d Win64 vom 16.5.2023, mein digitaler Weber, der sächsisches Rohmaterial in die Fäden deutscher Hochsprache wandelte.
⚖ feinjustierte Goldwaage um 21 Millionen Goldmark in exakt 7,53 Tonnen Feingold zu übersetzen und jede Unze doppelt zu prüften.
📖 Hauptbuch des Bankhauses Michael Kaskel, in dem jede Zahl Handschriftlich eingetragen wurde.
🔑 Schlüssel zum versiegelten Aktenschrank im Dresdner Stadtarchiv, der den Kammerpass von 1771 und das Wiener Freiherrndiplom von 1869 verwahrt.
🕐 Taschenuhr der Hofbankiers, für die Jahre 1762, 1810, 1866 und 1951, damit kein Kapitel in der falschen Epoche landet.
🏛 Semper-Zirkel, mit dem der dreieckige Grundriss des Palais an der Bürgerwiese auf ein Rechteck erweitert wurde, so wie Wilhelm Hoffmann es 1871 wünschte.
💎 Kaskel-Goldmünze als Maßstab, an dem sich Paläste, Staatskassen und Königreiche messen lassen mussten, bis am Ende eine Spitzhacke alles kleinmachte.

So ward aus einem polnischen Krämer an der Wilsdruffer Gasse ein Hoffaktor, aus einem Hoffaktor ein sächsischer Rothschild, und aus einem Palais aus Sandstein ein Schatten unter Kastanien, den nur noch wenige sehen.

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Es sind noch immer die alten lieben Brünnlein der Vorzeit, wohin das Volk Welle um Welle wallfahrtet zum Parkplatz Klein Zicker, und wo mehr lesen >>>



Nutze die Zeit für Informationen aus dem Internet.

Ihre Ansicht ist also, daß unser Begleiter in den Wellen sein Leben verloren habe? fragte der Reporter noch einmal. Das ist bei so schwerem Wellengange gar nicht zu bewundern, entgegnete der Seemann. Uebrigens können ihn die Strömungen wohl weit an der Küste hingetrieben haben. Harbert hatte eben einen Arm […]
Fernsprache im Traum O wie du mir fehlst, Wie ich dich vermisse! Doch du hellst, beseelst Mir auch Finsternisse. Wenn du mir erscheinst, Wir im Traum uns finden, Hör' ich's, wie du weinst, Fühl' ich dein Empfinden. Ja, ein geisterhaft Magisch Liebeswalten, Eine höh're Kraft Wird dich mir erhalten! Auch […]
Das Kaleidoskop der Stell dir vor, der Morgengrauen bricht herein, doch mit jedem Sonnenstrahl, der dein Fenster küsst, verschiebt sich mehr als nur die Zeit. Die Welt ist dieselbe, der vertraute Geruch von frisch gebrühtem Kaffee steigt in die Nase, doch die Hand, die die Tasse hält, ist nicht ganz die […]

Informatik, systematische Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Leichenduft der Boden raucht und glüht

Leichenduft der

Laß mich, laß mich! Don Ramiro! Leichenduft ist ja dein Odem! Wiederum die dunklen Worte: Sprachest ja, ich sollte kommen! Und der Boden raucht und glühet, Lustig tönet Geig' und Bratsche; Wie ein tolles Zauberweben Schwindelt alles in dem Saale. Denn geschähe dies, der […]

Informatik, systematische Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Diese Völkerschaften sind Menschenfresser

Diese

Auf diese Mittheilungen hin - Ist das wirklich wahr? - Freilich; man hat auch behauptet, daß diese Eingeborenen wie gewöhnliche Vierfüßler mit einem Schwanze versehen seien; aber bald hat man erkannt, daß dieser Appendix nur den Thierfellen, mit denen sie bekleidet sind, […]

Informatik, systematische Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Ich ahne es einstweilen nur. Der Kommandant hat mich im Gefängnis erwartet

Ich ahne es

Ich werde gehen, aber die Vorsicht nicht vergessen. Komme ich in einer Stunde nicht zurück, so ist mir ein Uebel widerfahren. Dann suche ich dich! rief Halef. Du wirst nicht zu mir können, denn ich werde mich vielleicht in dem Gefängnisse befinden, und zwar als […]