Spaziergang durch Blasewitz zwischen Gänserufen und Pavillonträumen.
A Stroll Through Blasewitz
🚶 Gehbuch-Eintrag eines Flaneurs: Diese Zeilen sind der Nachklang eines Tages, an dem der Abend golden wurde, an der Tolkewitzer Straße, am Pavillon, an der Elbe, unter der Schwebebahn.
Zum Schutz der Beteiligten wurden Uhrzeiten und einige Namen leicht verändert. Blasewitz existiert. Der Pavillon existiert. Die Gänse existieren. Nur warum der Mann mit der Baskenmütze aussah wie mein alter Deutschlehrer weiß niemand so genau wie das Blaue Wunder selbst.
Falls du jetzt den Drang verspürst, selbst nach Blasewitz zu fahren, tu es. Der Fluss wartet, der Pavillon schweigt auf eine Weise, die du nie vergessen wirst. Die Gänse haben dich schon gehört. Willkommen am Elbufer.
Dresden beginnt zu erwachen noch bevor ich das Haus verlasse.
Ein grauer Hauch, gemischt aus Elbdunst und dem Atem schlafender Steine, liegt über den Dächern. Meine Tasse steht leer auf dem Tisch. Der letzte Kaffeedunst kriecht über den Porzellanrand und löst sich in der Raumluft auf. Diese Stadt ist ein Versprechen, das sie jeden Tag neu in das Pflaster meißelt. Heute werde ich die Hand sein, die diese Schrift entziffert. Meine Schuhe sind gewachst. Ihre Leder atmen den Duft von Abenteuern. Meine Jacke hängt am Haken, ihre Taschen sind leere Gefäße. Ich nehme sie. Ich nehme den Schlüssel, der kalt in meiner Hand liegt. Ich verlasse die Wohnung, betrete den Flur, drücke den Knopf des Aufzugs. Sein surrendes Lied begleitet mich hinab in den Hof. Die Tür schwingt auf. Die Luft schmeckt nach nassem Laub und frischem Brot. Irgendwo ruft eine Amsel ihr monotones Lied. Sie ruft mich. Ich folge.
Ein gelbes Leuchten taucht aus der Morgendämmerung auf.
Die Straßenbahn Linie 6 ist ein U-Boot aus Stahl und gewölbtem Glas. Sie glüht in der grauen Frühe. Ihre Türen zischen auf, ein surrendes Einatmen. Ich betrete das Fahrzeug und tauche ein in eine Welt aus Kunstleder und Linoleum. Der Geruch von Desinfektionsmittel und feuchten Wollmänteln schlägt mir entgegen. Ich setze mich auf einen Sitz, dessen Blau schon von unzähligen Hosen gebleicht wurde. Die Bahn beginnt zu rollen. Ihr Rütteln ist ein Herzschlag. Ihr Knirschen auf den Schienen ist ein permanentes Gespräch mit der Stadt. Draußen ziehen Häuserfassaden vorbei, stumme Gesichter aus Putz und sächsischem Sandstein. Sie zeigen ihre Risse, ihre Abplatzungen, ihre Geschichte von hundert Wintern. Ein Junge gegenüber drückt sein Gesicht gegen die kalte Scheibe. Sein Atem beschlägt das Glas. Er malt einen Kreis in den Nebel, ein primitives Rad. Eine ältere Frau links von mir entfaltet eine Zeitung. Die Überschriften schreien von Krisen in fernen Ländern. Ich schließe die Augen. Ich lasse mich tragen. Die Bahn ist mein Floß auf einem asphaltierten Fluss. Sie schneidet mich los von meinem Anker. Sie bringt mich nach Blasewitz.
WISSENSWERTES: DIE STRASSENBAHN LINIE 6
Die Dresdner Straßenbahnlinie 6 verbindet seit über hundert Jahren die Altstadt mit den östlichen Stadtteilen. Sie fährt durch die Wilsdruffer Straße, über den Albertplatz, durch die Neustadt und schließlich nach Blasewitz. Die Strecke wurde 1872 als Pferdebahn eröffnet, 1893 auf elektrischen Betrieb umgestellt. Die Wagen der Linie 6 tragen bis heute die typischen Dresdner Farben Gelb und Weiß. Wer mit ihr fährt, sitzt in einem rollenden Museum der Stadtgeschichte.
Der Königsheimplatz atmet tief.
Die Bahn entlässt mich mit einem finalen Seufzer. Die Tür schnappt hinter mir zu. Die Stille, die nun folgt, ist eine massive Wand. Sie fällt hinter dem abklingenden Geräusch der Bahn zu und dämpft die Welt. Der Königsheimplatz atmet tief. Alte, knorrige Bäume strecken ihre kahlen Äste in den Himmel. Ihre Schatten sind schwarze Tintenflecke auf dem grauen Pflaster. Ein steinerner Brunnen in der Mitte ist trocken und leer. Gelbes Buchenlaub wirbelt in seinem Becken, ein einsamer, kreisender Tanz. Die Luft ist kalt und scharf. Sie schmeckt nach Reinheit und verwelktem Gras. Ich stehe still. Meine Gedanken, eben noch ein wirrer Schwarm, ordnen sich. Sie fallen in eine Reihe. Links von mir beginnt die Tolkewitzer Straße, eine breite, würdevolle Einladung. Ich nehme sie an. Mein erster Schritt auf ihrem Boden ist ein Versprechen.
Die Tolkewitzer Straße ist ein langer gerader Schnitt.
Meine Schritte hallen leise auf dem feuchten Gehweg. Die Tolkewitzer Straße ist ein langer, gerader Schnitt durch das Herz von Blasewitz. Die Blasewitzer Villen aus einer anderen Zeit reihen sich aneinander, jede ein Unikat. Sie tragen Türmchen wie spitze Hüte, Erker wie ausgestülpte Bäuche, Verzierungen aus Stuck und Gold. Ihre Sehnsüchte sind in Stein gemeißelt. Ihre Gärten sind hinter hohen, ehrwürdigen Mauern versteckt. Private Paradiese. Jedes Haus ist ein verschlossenes Buch mit einem schweren Einband. Ich gehe langsam, ein Leser in einer offenen Bibliothek. Ich lese die Fassaden. Da ist ein vergoldeter Briefschlitz, ein Mund, der nur flüstert. Dort ein Fenster mit bleiverglasten Scheiben, ein Puzzle aus Glas. Ein schwerer Samtvorhang bewegt sich. Ein Gesicht erscheint für eine Sekunde, blass und von Neugier gezeichnet. Es ist alt. Es mustert mich. Es verschwindet wieder in der Dunkelheit des Zimmers. Ich bin der Fremde hier, der Spaziergänger ohne Heimat in dieser Straße. Die Straße duldet mich. Sie beobachtet mich mit tausend Fensteraugen. Ich beobachte sie zurück.
WISSENSWERTES: DIE BLASEWITZER VILLEN
Die Blasewitzer Villen entstanden vor allem zwischen 1870 und 1910, als sich wohlhabende Dresdner Bürger im grünen Osten der Stadt niederließen. Architekten wie Schilling und Graebner prägten den Stil: Historismus, Jugendstil, Neobarock. Jede Villa war ein Statement. Türme, Erker, Stuck, bleiverglaste Fenster. Wer hier baute, baute für die Ewigkeit. Heute stehen viele der Villen unter Denkmalschutz. Manche sind noch in Familienbesitz, andere wurden zu Kanzleien, Praxen oder Kindergärten. Die Straßen Blasewitz sind ein begehbares Architekturmuseum.
Der Ruf des Flusses ist ein uralter Lockruf.
Die Elbe riecht man, lange bevor man sie sieht. Es ist ein Geruch von Weite, von frischen Algen, von feuchtem Treibholz. Er zieht mich mit einer unsichtbaren Hand. Meine Beine folgen diesem Duft. Die Straße macht eine sanfte Biegung, die Häuser treten zurück. Plötzlich, unvermittelt, liegt er da. Der Fluss. Breit. Grau. Still und majestätisch. Sein Wasser fließt ohne Eile. Kleine Kähne ziehen ihre grünen Furchen hinter sich her. Auf der anderen Seite grüßt Loschwitz mit seinen weißen Villen, die sich den Hang hinaufziehen. Die Schwebebahn hängt wie ein silbernes Insekt in der Luft. Der Wind wird stärker, er pfeift mir um die Ohren, er zerzaust mein Haar. Er will mich wegblasen, fort von diesem Ort der Stille. Ich stemme mich dagegen, lehne mich in ihn hinein. Ich gehe weiter, jetzt direkt am Ufer entlang. Der Schillergarten ist noch geschlossen. Seine Stühle stehen verkehrt herum auf den Tischen, als schämten sie sich ihrer Untätigkeit.
Die Fuchsstraße ist ein dröhnendes Schweigen.
Die Fuchsstraße ist nicht mehr als ein schmaler Schlitz zwischen zwei prächtigen Villen. Ich biege ein, und die Welt wechselt schlagartig. Der Verkehrslärm der Hauptstraße erstirbt, ersetzt durch ein dröhnendes Schweigen. Hier, in dieser Enge, wohnen die Geister der Belle Epoque. Und da, am Ende eines kurzrasigen Gartens, steht er. Der Pavillon. Sein Holz ist dunkel, fast schwarz vom Regen und der Sonne vieler Jahre. Das Schindeldach neigt sich zur Seite. Ein Fenster ist zerbrochen, ein blindes Auge. Er steht da wie ein verwundeter Soldat, der seine Position nicht aufgibt. Ich trete näher. Das knirschende Kiesbett unter meinen Sohlen. Das schmiedeeiserne Tor ist mit einer dicken Kette verschlossen. Rost blättert von den Gliedern. Ich lege eine Hand auf die kalten, geschwungenen Stangen. Das Holz des Pavillons knarrt leise im Wind. Es ist ein Gruß. Ich schließe die Augen und sehe Feste vor mir. Musik von einem Grammophon. Gelächter, das aus den Wänden hallt. Den Duft von Zigarren und Parfüm. Jetzt wohnt nur noch der Wind in ihm. Er singt seine traurigen Lieder in den leeren Räumen. Er bewacht die Erinnerungen an vergangene Tage.
Ein Chor aus heiseren Rufen empfängt mich.
Das Ufer weitet sich zu einer kleinen, grasbewachsenen Bucht. Der Rasen ist ein sattes, nasses Grün. Dutzende von Graugänsen bevölkern das Gras. Sie schnattern, streiten, ruhen sich aus. Ihr Ruf ist ein heiserer, unermüdlicher Chor. Touristen in bunten Jacken werfen Brotstücke. Die Gänse stürmen heran, ein weiß-grauer Strom aus Gier und Flügeln. Sie streiten sich um die Krümel, ihre Hälse schießen vor und zurück. Ihre Augen sind kleine, schwarze Perlen, funkelnd vor Intelligenz und Hunger. Ich setze mich auf eine kalte Steinmauer. Der Fluss rauscht, ein permanentes, beruhigendes Geräusch. Dann, unter dieses Rauschen gemischt, höre ich es. Ein tiefes, dröhnendes Stampfen, das nicht nur zu hören, sondern zu spüren ist. Es vibriert in meinen Knochen. Das Schaufelraddampfschiff der Sächsischen Dampfschifffahrt kommt um die Flussbiegung gefahren. Sein schwarzer Schornstein qualmt würdevoll. Sein großes Rad schlägt das Wasser. Weiße Gischt spritzt an den Seiten auf. Ein kleiner Junge am weißen Geländer winkt mit ganzer Kraft. Ich hebe meine Hand und winke zurück. Der Dampfer ist ein lebendiger Dinosaurier, ein Relikt aus einer Zeit des Staunens.
WISSENSWERTES: DIE SÄCHSISCHE DAMPFSCHIFFFAHRT
Die Sächsische Dampfschifffahrt wurde 1836 gegründet und ist die älteste und größte Raddampferflotte der Welt. Neun Schaufelraddampfer sind noch heute im Einsatz, alle zwischen 1879 und 1929 gebaut. Sie fahren auf der Elbe zwischen Meißen, Dresden und Bad Schandau. Die Schiffe werden mit Kohle befeuert, ihre Maschinen sind Originale. Wer mitfährt, reist in einem schwimmenden Museum. Die Dampfer sind ein Wahrzeichen Dresdens und ein Stück lebendiger Industriegeschichte.
Der Schillerplatz betritt die Bühne.
Die hohen Fassaden tragen Stuckgesichter, goldene Verzierungen und die Patina von Jahrzehnten. Ein würziger, gemüsiger Geruch liegt schwer in der Luft. Die Suppenküche hat geöffnet. Aus einem großen Edelstahltopf hinter der halb geöffneten Scheibe steigt dampfende Wärme. Ein Mann in einem grauen Anzug verlässt den Laden. Er balanciert drei dampfende Pappbecher in seinen Händen. Sein Gesicht ist eine Maske der Konzentration. Jeder Schritt ist eine minutiös geplante Reise. Ich folge ihm mit den Augen. Sein Ziel ist eine Bank am Ufer. Dort wird er sich setzen, die Wärme der Suppe trinken und auf das Wasser schauen. Das Kino, die Schillergarten-Lichtspiele, wirkt verschlafen. Sein Leuchtschrift-Marquee ist dunkel. Es träumt hinter seiner Fassade von vergangenem Ruhm, von Stummfilmstars und dem Raunen des Publikums.
Ich betrete das Blaue Wunder.
Ich betrete die Loschwitzer Brücke. Das Blaue Wunder. Sein Name ist ein poetisches Versprechen, das er hält. Die Zugbänder aus vernieteten Flacheisen ziehen sich über mir, das Gerüst einer Kathedrale. Der Wind spielt sein surrendes Lied im eisernen Fachwerk. Unter mir, in schwindelerregender Tiefe, sprudelt die Elbe. Das Wasser in ständig bewegendem, silbernem Band. Vor dem Wunder das Café Toscana und Villa Marie. Oben, über dem Loschwitzer Ufer, der Luisenhof, auf dem Berg. Ich bleibe in der Mitte der Brücke stehen. Unter den Füßen vibriert die Spannung. Die Stadt liegt ausgebreitet zu beiden Seiten, ein offenes Buch aus Eisen, Stein, Wasser und Grün. Ich bin ein wandernder Punkt auf seiner Seite.
WISSENSWERTES: DAS BLAUE WUNDER
Die Loschwitzer Brücke, volkstümlich Blaues Wunder genannt, wurde 1893 eröffnet. Sie war eine technische Sensation, denn sie war die erste Brücke Europas, die ohne Pfeiler im Fluss auskam. Die Konstruktion besteht aus genieteten Stahlträgern, die als Hängebrücke wirken. Ihren Namen erhielt sie angeblich, weil die Zeitgenossen sie für ein Wunder hielten, das nie halten würde. Sie hält bis heute. Die Brücke verbindet Blasewitz mit Loschwitz und ist ein Wahrzeichen Dresdens.
Loschwitz ist ein amphitheaterartiges Häusermeer.
Loschwitz liegt vor mir, ein schmuck angeordnetes Häusermeer, das den Hang hinaufklettert bis in den Himmel. Jede Villa, jedes Haus ist ein eigenes Kapitel eines großen Romans. Das Elbe Hotel thront wie ein festungsartiger Palast direkt am Ufer. Sein gründerzeitlicher Turm sticht in den Himmel, ein steinernes Ausrufezeichen. Die Dampferanlegestelle ist leer, der Ponton glänzt nass. Ein einsamer, moosbewachsener Poller steht Wache. Ich stelle mir die Menschen vor, die hier warten. Sie haben bunte Tickets in der Tasche. Sie haben Sehnsucht im Blick, die Sehnsucht nach der Reise, nach dem Fluss. Die Schwebebahn setzt sich sanft in Bewegung. Sie gleitet die schmalen Schienen hinauf, eine elfenbeinfarbene Perle am türkisgrünen Faden. Die Ferne ist mein Schmuck. Die Nähe, diese Straße, dieser Moment, gehört mir.
Die Schwebebahn schwebt über den Dächern von Loschwitz.
Ich gehe ein Stück die Straße hinauf, dem Ufer folgend, bis ich den Fuß der Schwebebahn erreiche. Die Station liegt am Hang, die Wagen hängen in der Luft wie eine stille Erwartung. Die Tragkonstruktion ist in einem hellen Türkisgrün gestrichen, das sich von den weißen Villen abhebt. Die Wagen selbst sind elfenbeinfarben, mit goldener Schrift an der Front. Ein Wagen setzt sich in Bewegung, lautlos, fast schwebend. Ich trete in den kleinen Warteraum. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten, aber sie reißt mich aus meinem Schritt. Unter mir wird die Elbe breiter, das Blaue Wunder schrumpft zu einem filigranen Modell. Loschwitz breitet sich mit seinen Villen und Gärten wie eine Landkarte aus.
Die Schwebebahn bei Sonnenuntergang.
Am Abend fahre ich noch einmal. Diesmal allein. Die Sonne steht tief über Loschwitz. Der Himmel färbt sich orangerot, dann violett. Die Schwebebahn setzt sich in Bewegung. Der Wagen schwebt die schmalen Schienen hinauf, die im letzten Licht glühen. Unter mir fallen die Schatten der Villen lang über die Hänge. Die Elbe wirft das Licht zurück. Ich stehe an der Plattform, halte mich am Geländer fest. Zwischen mir und dem Tal liegen dreißig Meter Luft. Die Tiefe zieht. Ich spüre sie in meinem Magen. Die Höhe zieht mich nach oben, in den Himmel, der jetzt tiefblau ist. Ein Vogel fliegt unter mir hindurch. Ich sehe seine Flügel, seine Federn, sein Auge. Dann ist er weg. Die Bahn hält oben an. Ich steige aus. Die Welt ist still. Die Lichter von Dresden brennen in der Ferne. Ein Pärchen steht am Rand und schweigt. Ich schweige mit. Höhe und Tiefe sind keine Gegensätze. Sie sind zwei Seiten desselben Atems.
Der Luisenhof über dem Elbtal.
Der Luisenhof liegt hoch über Loschwitz, ein weißes Gebäude mit Terrassen, die über das gesamte Elbtal blicken. Ich gehe die letzten Stufen hinauf. Der Weg ist steil, meine Beine brennen. Oben ist die Aussicht atemberaubend. Die Elbe schlängelt sich durch das Tal. Dresden liegt in der Ferne, die Türme der Altstadt leuchten in der Abendsonne. Die Weinberge hängen an den Hängen wie grüne Teppiche. Die Schwebebahn fährt unter mir, klein wie ein Spielzeug. Ich setze mich an einen Tisch auf der Terrasse. Eine Kellnerin bringt mir ein Glas Wein. Er schmeckt nach Apfel und Sommer. Ich schaue hinaus. Aussicht ist das, was man sieht. Einsicht ist das, was man versteht. Beides braucht Zeit. Ich habe Zeit. Der Wein wird warm in meinem Glas. Der Himmel wird dunkler. Die Lichter der Stadt gehen an, eines nach dem anderen. Irgendwann steht die Kellnerin wieder da und fragt, ob ich noch etwas möchte. Ich sage, nein. Ich möchte nur noch ein paar Minuten bleiben. Sie nickt und geht. Ich bleibe. Bis die Sterne kommen. Bis die Kälte kommt. Bis ich weiß, dass ich jetzt gehen kann.
Der Pohlandplatz ist ein pulsierendes Herz.
Ein grüner Gelenkbus der Linie 61 nimmt mich auf. Sein Inneres ist eine enge, laute Höhle aus orangefarbenem Plastik. Die Luft riecht nach menschlichem Schweiß, süßlichem Parfüm und Öl. Wir fahren los. Der Bus ruckelt und schlängelt sich durch die schmalen Straßen. Er kennt den Weg auswendig. Die Mitfahrer sind eine wandelnde Galerie der Gesichter. Eine junge Frau streichelt einen zotteligen Hund auf ihrem Schoß. Ein Paar in der Ecke diskutiert mit gedämpften, scharfen Stimmen. Am Pohlandplatz drücke ich den Stopp-Knopf. Die Türen öffnen sich mit einem Fauchen. Der Platz ist ein pulsierendes Herz. Busse sind seine roten und grünen Blutkörperchen. Sie kommen, sie gehen, sie halten nur für Sekunden. Der Platz ist kein Ort für Probleme. Er ist ein Knotenpunkt für Möglichkeiten.
Die Wägnerstraße ist eine Oase der Zurückgezogenheit.
Die Geräusche des Pohlandplatzes verblassen innerhalb von zehn Metern zu einem fernen Summen. Hier, zwischen den alten Gartenmauern, wohnt die Stille. Sie sitzt auf den Ziegelsteinen, sie schaukelt in den kahlen Ästen der Kastanienbäume. Ein kleines Mädchen auf einem feuerroten Roller umkurvt Mülltonnen. Ihr Lachen ist eine helle Glocke, die durch die Stille schallt. Ein Mann mittleren Alters trägt eine pinkfarbene Schultasche. Er hält sie mit beiden Händen fest. Auf einem Balkon im ersten Stock flattern weiße Wäschestücke im leichten Wind. Sie sind improvisierte Gebetsfahnen. Ich gehe langsam. Jeder Gartenzaun ist eine eigene kleine Geschichte. Eine betagte Frau mit einem klappernden Einkaufswagen kommt mir entgegen. Unsere Blicke treffen sich. Sie nickt mir zu. Ihr Nicken ist ein Siegel der Akzeptanz. Für diesen Moment, in dieser Straße, gehöre ich hierher.
Die Justinenstraße ist eine Nase voll Aroma.
Der Geruch von frisch geröstetem Kaffee führt mich wie eine unsichtbare Schnur. Der Duft strömt aus dem geöffneten Fenster eines Cafés oder einer privaten Küche. Die Häuser hier sind nicht laut, sie sind diskret. Sie raunen ihre Geschichten. Ein großer, sandsteingrauer Erker beugt sich über den Gehweg. Ein Nachbarhaus hat grüne Fensterläden, fest verschlossen. Dahinter, im Dunkeln, lauern fremde Leben. Eine Frau in einer gestreiften Schürze gießt rote Geranien in blauen Kübeln. Ihr Gießkännchen aus Zinn glitzert in einem Sonnenstrahl. Ihr Dackel, ein braunes, langes Tier, trottet heran und beschnüffelt intensiv meine Schuhspitzen. Er entscheidet nach einer gründlichen Prüfung, dass ich harmlos bin. In einem Fenster im Erdgeschoss steht eine alte, chromblitzende Espressomaschine. Sie wartet auf ihren Ruhestand, der nie kommen wird. Ich atme den Kaffeeduft tief ein. Mein Magen knurrt. Der Kaffee ist hier, in der Luft. Ich bin hier. Das ist genug.
Die Regerstraße komponiert ein Stillleben.
Die wenigen Autos, die hier fahren, schleichen im Schritttempo. Sie respektieren den Frieden des Viertels. Die hohen Mietshäuser tragen blank polierte Messingschilder an den Türen. Die Namen darauf sind alt und tief in das Metall eingraviert. Ein älterer Herr in einer tweedernen Jacke bückt sich mit einem leisen Stöhnen. Er hebt seine Zeitung vom feuchten Boden seines Vorgartens auf. Er klopft den Staub ab. Sein Blick, hellwach und klar, trifft meinen. Wir nicken uns gleichzeitig zu. Unsere Nicks sind ein stummer Vertrag. Wir verstehen uns, wir schätzen diese Stille, diese Ordnung. Auf einem Balkon im zweiten Stock hängt ein kunstvolles Vogelhaus aus Holz. Ein frecher Spatz pickt darin. Daneben lehnt ein blauer Fahrradhelm auf dem Geländer. Man kann fliegen oder fahren. Die Straße hat ihren eigenen, langsamen Takt. Mein Herz schlägt ihn mit.
Das Café Toscana ist eine süße Offenbarung.
Ich betrete das Café Toscana. Die Türglocke läutet hell. Die Welt wechselt erneut, wird wärmer, weicher, süßer. Es riecht intensiv nach gerösteten Kaffeebohnen, nach frischem Hefeteig und nach der wachsigen Patina von Geschichte. Die Wände sind mit alten, sepiafarbenen Fotos tapeziert. Sie zeigen Frauen mit großen Hüten und ernsten Mienen, Männer mit gewaltigen Schnurrbärten. Ich setze mich an einen kleinen, runden Tisch mit einer marmornen Platte. Die Tischplatte ist kalt und glatt unter meinen Fingern. Eine Bedienung in einer makellos weißen Schürze kommt herüber. Ich bestelle einen Kaffee und ein Stück Eierschecke. Der Kaffee kommt in einer dicken, weißen Porzellantasse. Sein Aroma ist dunkel, reich und vielschichtig. Ich trinke einen kleinen Schluck. Die Bitterkeit ist eine Offenbarung. Hier, an diesem Tisch vielleicht, saß die Prinzessin Luise. Hier trank sie ihren Mokka und plante ihre Flucht aus dem goldenen Käfig. Die Wände haben ihre Seufzer aufgefangen. Sie bewahren sie auf.
Der Schillergarten ist eingekehrtes Leben.
Ich kehre zurück zum Schillergarten. Er ist jetzt geöffnet, das Leben ist eingekehrt. Die Stühle stehen richtig herum auf den Terrakotta-Platten. Kellner in knusprig weißen Hemden und schwarzen Hosen balancieren silberne Tabletts. Der Geruch von gebratenen Zwiebeln, von Bratkartoffeln und Sauerbraten füllt die Luft. Es ist der Geruch von Zufriedenheit, von satt werden, von Gemeinschaft. Ich setze mich an einen Tisch direkt am Eisengeländer. Die Elbe fließt nur wenige Meter entfernt vorbei. Ein Ausflugsdampfer hupt tief, sein Ruf hallt über das Wasser. Die Sonne bricht durch die Wolkendecke. Eine Kellnerin mit freundlichen Augen bringt mir ein Glas kühles Wasser, ohne dass ich danach fragen muss. Ihr Lächeln ist echt. Ich bestelle nichts zu essen. Ich bestelle diesen Moment, diese Aussicht, dieses Gefühl des Angekommenseins. Er ist kostenlos und unbezahlbar zugleich.
Der Schillergarten im Sommer.
Im Juli komme ich wieder. Der Schillergarten ist voll. Die Terrasse am Elbufer ist ein Meer aus Biertischen und lachenden Menschen. Die Kellnerinnen tragen Sonnenhüte. Die Gläser klirren. Ein Hund läuft zwischen den Tischen hindurch und schnappt nach einer Biene, die er nicht fängt. Ein Mann mit nackten Füßen und einem Buch in der Hand liest im Schatten einer Linde. Ein Paar streitet leise über den Namen ihres ungeborenen Kindes. Ich bestelle ein Bier. Es kommt kalt, in einem Glas mit Schaumkrone. Ich trinke einen Schluck. Es schmeckt nach Sommer, nach Elbe, nach Leben. Ein Fremder setzt sich an meinen Tisch, weil alle anderen besetzt sind. Er fragt, ob er stören darf. Ich sage, nein. Er bestellt auch ein Bier. Wir sprechen über das Wetter, über Dresden, über die Frage, ob es jemals wieder so einen Sommer geben wird. Er sagt, jeder Sommer ist der letzte. Ich sage, jeder Sommer ist der erste. Wir lachen. Wir trinken. Er geht. Ich bleibe. Das Bier wird leer. Die Sonne geht unter. Der Schillergarten bleibt.
Die Dürerstraße ist der Beginn meines Abschieds.
Das Kopfsteinpflaster ist uneben, jeder Schritt erfordert Aufmerksamkeit. Meine Schritte werden bewusst langsamer. Der Wind dreht. Er trägt neue, fremdartige Gerüche an meine Nase: der intensive Duft einer Bäckerei, der erdige Geruch von feuchtem Moos. Eine alte Litfaßsäule an der Ecke ist mit layers von Zetteln beklebt. Kater vermisst, Name: Monty steht auf einem. Daneben, in akkurater Schrift: Geigenunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Stadt ist ein lebendiges Museum der verlorenen Dinge und der zaghaften neuen Anfänge. Auf einer grünen Holzbank sitzt ein älterer Mann mit einer dunkelblauen Baskenmütze. Er liest ein Buch. Das Buch hat einen abgegriffenen, blauen Leineneinband. Seine Augen wandern langsam über die Zeilen. Er genießt jedes Wort, kostet es aus. Ich beneide ihn um seine Hingabe, um seine Fähigkeit, hier und jetzt ganz in einer anderen Welt zu sein. Meine Reise endet hier. Seine Reise zwischen den Buchdeckeln geht weiter, endlos.
Ich kehre noch einmal um. Der Pavillon in der Fuchsstraße, er wartet auf meinen Abschied. Er steht noch genau da, aber das Licht des späten Nachmittags taucht ihn in ein warmes Gold. Sein Schatten ist lang und dünn geworden. Ich bücke mich und nehme einen kleinen, glatten Stein vom Boden des Weges. Er ist grau mit einer weißen Ader. Ich hebe ihn auf und lege ihn behutsam auf einen der steinernen Pfosten des Tores. Es ist mein Stein. Meine stumme Markierung. Ich war hier. Ich verspreche nichts, weder Rückkehr noch Rettung. Aber ich werde zurückdenken an ihn, an sein Schweigen, seine Würde. Der Pavillon nimmt das stille Angebot an. Er schweigt. Sein Schweigen ist ein Dank.
Die Elbe wird feierlich ein Fluss aus flüssigem Gold.
Die untergehende Sonne taucht den Fluss in flüssiges Gold. Die Elbe wird feierlich, still, als halte sie den Atem an. Die Gänse an der Gänseecke sind ruhiger geworden. Sie sammeln sich am Ufer, eine dichte, schnatternde Masse. Viele haben die Köpfe unter die Flügel gesteckt. Der letzte Dampfer des Tages, die Stadt Wehlen, fährt stromaufwärts, Richtung Schloss Pillnitz. Seine Fenster sind bereits erleuchtet, gelbe Quadrate in der Dämmerung. Seine Lichter reflektieren als zitternde, goldene Striche im dunklen Wasser. Zwei schwimmende Sterne. Die Kälte der kommenden Nacht kriecht unter meinen Mantel. Ich ziehe ihn enger um mich, schlage den Kragen hoch. Der Tag geht zu Ende. Die Nacht wartet geduldig hinter den dunklen Hügeln von Loschwitz.
Die Rückfahrt ist ein vollbepackter Wagen.
Die Bahn der Linie 6 ist auf der Rückfahrt vollgestopft mit Menschen. Pendler drängen sich in dem engen Raum, ihre winterlichen Körper sind warm, geben Wärme ab. Ihre Gesichter sind blass, gezeichnet von der Müdigkeit des Tages. Die Hektik der letzten acht Stunden klebt noch an ihren Mänteln. Ich stehe in der Mitte des Wagens, umgeben von fremden Schultern und Rucksäcken. Ich halte mich an einem chromglänzenden Griff fest. Die Bahn ruckelt durch die nun fast vollständig dunkle Stadt. In den Wohnungen sind die Lichter angegangen. Gelbe, orangefarbene, weiße Quadrate. Jedes erleuchtete Quadrat ist eine Familie, ein einsamer Mensch, ein Abendessen, ein Streit, ein Lachen, eine Träne. Ich bin der Passant, der Zuschauer, der seine Rolle beendet hat.
Die Kreuzung glänzt im Nieselregen.
Ich steige an meiner Haltestelle aus. Die Kreuzung vor meinem Haus ist nass, ein leiser Nieselregen hat eingesetzt. Die Straßenlaternen werfen ihre orangefarbenen Schatten auf das glänzende Pflaster. Aus meinen freien Wegen werden wieder Pflichten. Aus meinen schweifenden Gedanken werden konkrete To-Do-Listen. Ich bleibe stehen, obwohl es keinen Grund gibt. Ich drehe mich um und blicke zurück in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Ich sehe die Lichterkette von Blasewitz in der Ferne, ein funkelndes Diadem am Hals der Nacht. Ein Auto spritzt Wasser von der Straße, eine braune Fontäne. Ich weiche nicht aus. Die kalten Tropfen treffen meinen Mantel, perlen ab. Sie gehören dazu, sie sind Teil dieser Stadt, dieses Tages.
Meine Haustür ist massiv und der Geruch der Rückkehr erfüllt die Stille.
Der Schlüssel dreht sich schwerfällig im Schloss. Ich trete ein. Der Flur riecht nach mir, nach meinem Leben, nach meinen Büchern, nach meinem Schuhzeug. Es ist der Geruch der Rückkehr. Ich hänge den nassen Mantel auf einen Haken. Ich stelle die Schuhe ordentlich ins Regal. Die Stille der leeren Wohnung umarmt mich, eine andere Stille als die in der Wägnerstraße. Sie ist meine eigene, ich habe sie mir erarbeitet. Ich gehe zum Wohnzimmerfenster. Der Regen malt lange, senkrechte Streifen auf die Scheibe. Die Stadt da draußen ist jetzt ein verschwommener, funkelnder Lichtteppich. Ich atme tief aus. Meine Reise ist im Kasten. Sie ist ein Film, den ich in den kommenden Tagen und Nächten immer wieder in meinem Kopf abspielen kann.
Die Stadt schläft nicht denn ich habe sie mit meinen Füßen geschrieben.
Die Stadt schläft nicht. Sie wacht hinter meinen geschlossenen Lidern weiter. Der Pavillon in der Fuchsstraße winkt mit seinem schiefen Dach. Die Gänse an der Elbe schnattern im Rhythmus meines Atems. Die Dampfer pflügen ruhig und stetig durch meine Träume. Ich habe nichts Materielles mitgebracht. Kein Souvenir, keine Tüte vom Bäcker, keine Postkarte. Ich habe alles mitgebracht. Die Gerüche von Kaffee und Fluss. Die Blicke der Fremden, die zu Bekannten wurden. Das Gefühl von altem Granit unter meinen Sohlen. Dresden hat mir ein neues Kapitel in seinem großen Buch geschenkt. Ich habe es gelesen. Ich habe es mit meinen eigenen Füßen geschrieben, mit jedem Schritt einen Buchstaben. Jetzt, im Dunkeln, schließe ich die Augen. Das Buch geht zu. Es ist ein gutes Buch. Bis zum nächsten Mal.
Mit herzlichem Dank für die Begleitung durch Dresdner Alleen, Anekdoten und Alltagswunder,
Ihr flanierender Fabulierer mit Notizbuch und Neugier.
uwR5
Der geneigte Leser möge Nachsicht üben, dass hier und da ein Straßenname sich wandelte, ein Pavillon verschwand oder ein Café seinen Charme gegen freie Parkplätze eintauschte. Dresden ist keine Kulisse, es wächst, es stolpert, es erinnert sich. Diese Geschichte sammelt keine Fakten, sie notiert Eindrücke, vielleicht auch Irrtümer, und hofft, dass sich daraus etwas Wahres ergibt. So wie aus einem alten Stadtplan ein neues Abenteuer entstehen kann, mit Eselsohren, Kaffeeflecken und einem kleinen Pfeil, auf dem steht, Du bist hier.
Quellenangaben:
Inspiriert von der Harmonie zwischen Gänsegeschrei, Dampfmaschinenklang und Kinderlachen am Elbufer.
Wikipedia: Dresden-Blasewitz
Sächsische Dampfschifffahrt
Dresdner Stadtteile – Blasewitz
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie
Verwendete Hilfsmittel / Methodik:
Um das Rauschen der Elbe in lesbare Sätze zu verwandeln und die Stimmen der Blasewitzer Villen auf Papier zu bannen, bediente sich der Verfasser folgender irdischer und transzendentaler Werkzeuge:
Hinweis: Diesen Text raunte mir ein unsichtbarer Gehilfe aus dem Reich der Algorithmen zu, von Elbwasser getauft, von eigener Hand gebändigt und mit folgenden Artefakten veredelt:
🔍 Das allgegenwärtige Google-Orakel offenbarte die Spuren durch die Archive der Stadtgeschichte.
📜 Papyrus Autor, Version 11.09d Win64 vom 16.5.2023, mein digitaler Begleiter, übersetzte sächsisches Rohmaterial in deutsche Hochsprache.
📚 Ein abgegriffenes Notizbuch mit Kaffeeflecken und Eselsohren, in dem jeder Straßenname ein Kapitel für sich ist.
💧 Das Rauschen der Elbe, das den Rhythmus der Sätze vorgab.
🔊 Das Stampfen des Schaufelraddampfers, das die Trommel für den Absatz schlug.
🐶 Der Dackel in der Justinenstraße, der die Wahrheit meiner Schuhspitzen prüfte.
🔮 Die Geister der Belle Epoque im Pavillon, die die Erinnerung an vergangene Feste flüsterten.
So ward aus einem Spaziergang eine Geschichte, aus einem Pavillon ein Denkmal, und aus einem Blasewitzer Nachmittag ein Buch.
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ich weder eine Treppe noch eine mehr lesen >>>
Rückkehr nach England nach
Der Kapitän kam von Tunkin mehr lesen >>>
Gefangene haben keine Gänse,
Weißt du was, mehr lesen >>>
TraumBazar für Urlaub,
Der mehr lesen >>>